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Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.
Einfach tot, einfach so.
Verunfallt.
Das ist für mich nun wirklich nichts Neues, ja fast schon etwas Normales. Viel Blaulicht, viel Tatütataa. Alltag.
Kein Alltag, wenn plötzlich jemand dabei ist, den man kennt.
Ich hatte nie einen Einsatz, in meinem ganzen FSJ nicht, bei dem ich jemanden, der einen Unfall gebaut hat oder sowas kannte. Das waren alles Fremde, Patienten, zu denen man genug Distanz hatte.
Da ist das zwar schlimm, wenn man feststellen muss, dass sie tot sind; aber es ist Arbeit. Berufsalltag. Ein Einsatz ohne Happy-End.
Genau wie das gestern ein Einsatz ohne Happy-End für diejenigen war, die da gewesen sind. Und wahrscheinlich nicht mal ein übermäßig schlimmer, weil die meisten Beteiligten unverletzt geblieben sind. Nur sie nicht. Nur die gute Anne nicht.
In der Zeitung steht sie als namenlose ums Leben gekommene 63-Jährige. Auf dem Bild zu dem kurzen Artikel kann man deutlich das Auto erkennen.
Ich kannte sie, seit ich klein war.
Sie war ein bisschen verrückt, aber immer sehr herzlich.
Und jetzt ist sie tot.
Letztes Jahr ist schon jemand aus der Familie gestorben; die Enkelin von der Anne. Zwölf Jahre alt.
Ein Unglück kommt selten allein, sagt meine Oma dazu.
Alle sind irgendwie betroffen.
Ich bin ratlos.
Die Anne war immer da. Die Nachbarin mit dem kauzigen Mann und den dicken Katzen, dem durchdringenden Lachen. Und ein bisschen verrückt.
Wir hatten kein übermäßig inniges Verhältnis, aber man war eben gegenseitig immer da. Sie war da, ich war da, wir haben uns oft gesehen, oft geplaudert. Gelacht, ein bisschen getratscht manchmal.
Jetzt ist sie tot.
Alle sind irgendwie betroffen. Und ich bin ratlos und weiß nicht, was ich davon halten soll, dass sie einfach so einfach tot ist.
Sie hat mir mal gesagt, sie will am liebsten einschlafen oder ganz schnell tot sein, wenn sie mal stirbt.
Letzteres muss wohl der Fall gewesen sein.
Ich frage mich, ob das so gut ist.
Vielleicht hat es einfach so sein sollen. Vielleicht war sie aber auch zur falschen Zeit am falschen Ort.
Es ist einfach seltsam, irgendwie.
Die, die alle betroffen sind, reden kurz darüber, wechseln dann das Thema und scheinen nicht weiter drüber nachzudenken. Ich tue das die ganze Zeit.
Aber ich weiß nicht, was ich dazu eigentlich noch weiter denken soll.
Ich fühle mich weit entfernt von alledem, obwohl ich eigentlich mitten drin sitze.


Mein Internet ist kaputt.
Ich kann momentan nur von außerhalb on. Das nervt, aber irgendwie ist es auch okay.
Ich habe für mich entschieden gehabt, wenn es wieder ausfällt, dann tut es das eben. Dann ist es in Ordnung und ich kann es nicht ändern.
25.1.10 14:37


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